Donnerstag, 3. Februar 2011

Musik aus - Dunkelheit an

Ich hatte es schon befürchtet, aber heute hat sich der Verdacht bestätigt: Mich hat es gestern voll erwischt. Nein, nicht gesundheitlich, sondern schreibtechnisch. Heute hab ich den ganzen Tag vergeblich versucht mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Das Ergebnis war ernüchternd. Ich hab nichts weiter gebracht, denn andauernd schweiften meine Gedanken ab zu attacca! und zu meinen Charas.

Wer jetzt ein Plotloch vermutet, liegt eiskalt daneben. Kein Plotloch, aber dieses drängende Gefühl, dass ich innehalten muss. Den Atem anhalten und meiner Geschichte die Ruhe einräumen, die sie gerade fordert.

Das ist mir schon einmal passiert. Nach den ersten 20k Wörtern, mitten im NaNo. Ich saß da, Szene fertig, Kopf leer und doch irgendwie glücklich. Seltsam. Woher auch immer das kommt ... ich werde attacca! für heute hinten anstellen, vielleicht noch einmal die Szene lesen und mich dann an ein anderes Projekt wagen.
Nur ein kurzes Antesten, ob ich zu dem ersten Satz noch mehr schöne Sätze hängen kann. Ob ich überhaupt schon das Gefühl einfangen kann, das sich in meinem Kopf eingeprägt hat.

Meine Wahl fiel auf Unter der Erde. Ein Projekt, von dem ich das Gefühl habe, dass ich viel Zeit und noch mehr Feingefühl hineinstecken muss. Das Geduld braucht, um sich zu entfalten. Das sich auf keinen Fall schnell hinklotzen lässt.
Und hier ist der erste Satz, mit dem ich euch in meine Bunkerstadt entführe:
Es war die Dunkelheit, die sie weckte.

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